Histoire

La Ciotat, ein geschichtsträchtiger Ort…

Schon immer sind die Menschen von dem schützenden Hafen des Golfs von La Ciotat angezogen und angehalten worden. Die Ausgrabungen von Ellianac und die Grotte von Terrevaine zeugen von menschlicher Präsenz und von Niederlassungen sesshafter Stämme zu Ende der Jungsteinzeit (3000 – 2000 v. Chr.). Man schätzt, dass die Errichtung des ersten Gebäudes von Seemännern aus der Antike entlang der Mittelmeerstraße auf das 5. Jahrhundert v. Chr. zurückgeht.

Die „Charta von 1429“ erläutert, wie aus La Ciotat eine eigenständige Gemeinde geworden ist. Im 16. Jahrhundert hat sich die Stadt durch die Emigration eines Teils der Aristokraten aus Genua, die durch lokale Revolutionen aus Italien vertrieben worden sind, vergrößert. 1622 siedelten sich erste Schiffswerften an.

Nach einer Periode des Verfalls im 18. Jahrhundert hat sich die Stadt modernisiert und verändert. 1836 hat Louis Benet den Schiffbau industriell ausgeweitet. Im 20. Jahrhundert waren die Werften trotz häufigen Besitzerwechsels im 20. Jahrhundert der wirtschaftliche Auftrieb von La Ciotat.

… Und ein ort der erfindungen

LOUIS UND AUGUSTE LUMIERE HABEN IN LA CIOTAT DEN FILM ERFUNDEN
Antoine Lumière, ein Industrieller aus Lyon und passionierter Fotograf, war sehr an den Entdeckungen von Niepce und Daguerre interessiert. Er hatte zwei Söhne, Louis und Auguste Lumière, welche ebenfalls geniale Tüftler und Erfinder waren. Antoine war verzaubert von La Ciotat. Er kaufte 90ha Land in Strandnähe und ließ dort die stattliche Residenz „Le Château du Clos des Plages“ erbauen. Louis wollte einen Apparat erfinden, der es ermöglicht auf einer Leinwand bewegte Szenen zu zeigen. In einer schlaflosen Nacht dachte er sich einen Mechanismus aus, der das gewünschte Ziel erreichbar machte… er hatte mit dem „Cinématograph“ den Film erfunden!

Nach einigen Vorführungen in Paris fanden am 21. September 1895 eine Privatvorstellung in La Ciotat im „Château du Clos des Plages“ statt. „L’arroseur arrosé“ und besonders „L’arrivée du train en gare de La Ciotat“ beeindruckten das Publikum. Nach diesen erfolgreichen Versuchen wurde am 28. Dezember 1895 im „Grand Café“ in Paris die berühmte erste öffentliche Vorstellung gegeben. Die Kunst des Kinos war geboren…
train en gare de la ciotat

JULES LENOIR ERFINDET DAS PETANQUESPIEL
An einem schönen Juninachmittag im Jahre 1910 erfand der an Rheumatismus leidende Jules Lenoir ungewollt das Petanque-Spiel in dem er das Boule-Spiel mit den Beinen fest am Boden verankert (pieds tanqué) spielte. Auf dem „Terrain de la Boule Etoilée“, wo das Petanque-Spiel geboren wurde, erinnert noch heute eine Schild an dieses Ereignis.

Das Wappen von La Ciotat

Das Wappen von La Ciotat, das auf offiziellen Dokument aufscheint, erinnert an die Ursprünge der Stadt. Es zeigt eine Burg im Meer, die von Festungsmauern umgeben ist. Die Fischer werden durch den Fisch darunter symbolisiert (genauer gesagt durch eine Sardine, da der Fang dieser in La Ciotat immer schon von großer Bedeutung war). Fischer waren die ersten Einwohner und arbeiteten für den damaligen Lehnsherrn Abbé de Saint Victor, welcher durch den Bischofsstab inmitten des Schilds dargestellt ist. Die Stadtmauer und ihre Tore sind heute nicht mehr zu finden.

Die letzte Modifikation fand am 11. November 1948 statt, als die Stadt das Kriegskreuz überreicht bekam, welches mit einem Bronzestern für Tapferkeit bei der Befreiung ausgestattet ist.
blason-La-Ciotat

Das Lanzenstechen

Einige Historiker glauben, dass die Ursprünge des Lanzenstechens eine auf dem Wasser stattfindende Abänderung der Ritterspiele des Mittelalters ist. Die Barke und die „tineine“ ersetzen dabei das Pferd, während die Brustplatte die Ritterrüstung vertritt.

Für andere kommt das Spiel aus dem antiken Rom, von Cäsar erfunden. Sicher ist, dass dieses Wasserspiel schon sehr lange in der Provence abgehalten wird, sogar noch bevor Frédéric Mistral eine detaillierte Beschreibung darüber im 15. Jahrhundert erstellte. In der Tat scheinen Texte über diesen Brauch und seine Ausführungen in Toulon zu 1410 zu existieren. Später findet man auch Aufzeichnungen über dieses « nautische Vergnügen“ zum Anlass königlichen Besuchs 1777.

Das Lanzenstechen auf Wasser fand schon immer Anklang bei der Bevölkerung und findet üblicherweise am 16 Juni zur Zeit des Stadtfestes statt, und das schon seit 300 Jahren. Es dauerte bis zum 4. September 1921 bis sich die Spieler La Ciotats zu einem Verein zusammenschlossen. Der Club „Targaïres Ciotadens“ war geboren und bestand aus etwa 30 Spielern. Heutzutage sind die Spiele keineswegs mehr außergewöhnliche Anlässe, sondern haben sich zu einer echten Disziplin entwickelt deren Spiele zur Freude von Bewohnern und Besuchern den ganzen Sommer über andauern.

Im Musum Vieux La Ciotat, welches Hüter aller Relikte des lokalen Kulturerbes ist, findet man folgende Beschreibung der Spiele: „Die zwei Konkurrenten stehen sich auf Plattformen, Tinteine genannt und am Ende des Boots angebracht, gegenüber, während sie ein Schutzschild aus Holz gegen die Lanzenstöße des Gegenspielers beschützt. Gewinner ist der, der sein Gleichgewicht behält und seinen Gegner ins Meer befördert.

A.GRASSO JOUTES

Bekannte ciotadens